Produkttest: Chardonnay aus Rheinhessen zwischen Schmelz und feiner Würze
Wenn die Abende langsam kühler werden, darf auch der Weißwein ein wenig mehr Substanz mitbringen. Der Chardonnay QW trocken aus Rheinhessen, geht genau in diese Richtung: trocken, schmelzig und feinwürzig, dabei unkompliziert genug für ein Essen unter der Woche. Mit 12 % vol. bleibt er angenehm zugänglich und muss nicht bis zum nächsten besonderen Anlass im Weinregal warten.
Kurze Beschreibung
Der Wein wird aus Chardonnay gekeltert und als trockener Qualitätswein angeboten. Im Glas zeigt er ein helles Gelb mit dezenten goldenen Reflexen. Der Schraubverschluss passt zu seinem geradlinigen Charakter: aufdrehen, auf 6 bis 10 °C kühlen und ohne großes Zeremoniell einschenken.
Aus Westhofen in Rheinhessen
Die geografische Spur führt nach Westhofen in Rheinhessen. Dort sitzt das Weinkontor Westhofen, das den Wein in Verkehr bringt. Eine engere Lagenangabe oder ein bestimmter Ausbau werden vom Erzeuger nicht genannt. Der Wein stellt deshalb weniger eine einzelne Parzelle in den Vordergrund als vielmehr die Rebsorte und einen zugänglichen rheinhessischen Stil.
Duft und Geschmack
In der Nase zeigt sich der Chardonnay fruchtig und feinwürzig. Statt einer lauten, süßen Aromatik steht ein harmonischer Gesamteindruck im Mittelpunkt. Am Gaumen ist er trocken, schmelzig und ausdrucksstark. 4,9 g/l Restzucker und 5 g/l Gesamtsäure halten sich dabei recht nah die Waage: Es bleibt genügend Frische, ohne dass der Wein kantig wirkt. Gerade dieser Schmelz macht ihn interessant, wenn das Essen etwas cremiger oder herzhafter ausfällt.
Was dazu auf den Tisch darf
Am naheliegendsten sind Tagliatelle mit einer cremigen Pilzsoße. Die sahnige Textur nimmt den Schmelz des Weins auf, während seine trockene Art und die moderate Säure dem Gericht wieder etwas Leichtigkeit geben. Das passt besonders gut zu Pfifferlingen oder den ersten Kräuterseitlingen der Saison.
Auch ein Kürbisrisotto ist eine gute Wahl. Die milde Süße des Kürbisses trifft auf die feine Würze des Chardonnays, Röstaromen von gebackenem Hokkaido geben der Kombination zusätzliche Tiefe. Wer lieber Fleisch serviert, kann zu gebratenem Hähnchen mit Kräutern und einer hellen Soße greifen. Der Wein hat dafür genug Körper, ohne das Gericht zu überdecken.
Meine Meinung
Seine Stärke liegt für mich in der Balance zwischen trockenem Stil und weicher Textur. Der Chardonnay will nicht komplizierter sein, als er ist, und genau das macht ihn sympathisch. Er eignet sich als verlässlicher Essensbegleiter, besonders dann, wenn ein sehr leichter Sommerwein nicht mehr ganz passt, ein kräftiger Weißwein aber zu viel wäre. Gut gekühlt ist das ein stimmiger Wein für den frühen Herbst und für alle, die Chardonnay lieber harmonisch als laut mögen.
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