Prosecco gefällig: Casa di Malia Prosecco Frizzante DOC, Bio-Perlwein mit Bügelverschluss
Prosecco steht so selbstverständlich im Regal, dass kaum noch jemand aufs Etikett schaut. Dabei steht dort ein Wort, an dem sich einiges entscheidet: Frizzante oder Spumante. Der Casa di Malia Prosecco Frizzante DOC gehört zur ersten Gruppe, stammt aus ökologischem Anbau und kostet bei uns 9,70 Euro die Flasche. Ich habe ihn mir für diesen Produkttest angesehen.
Kurz eingeordnet
Frizzante und Spumante unterscheiden sich vor allem im Druck in der Flasche. Ein Spumante hat ungefähr 3 bis 6 bar, ein Frizzante nur 1 bis 2,5 bar. Deshalb braucht dieser Prosecco keinen Sektkorken mit Drahtkorb, sondern kommt mit Kork und Bügelverschluss aus. Das ist kein Designeinfall, sondern eine Folge des niedrigeren Drucks, und es hat einen praktischen Nebeneffekt: Du kannst die Flasche wieder zumachen.
Mit 11 Prozent Alkohol, 12 Gramm Restzucker und 5,9 Gramm Säure pro Liter, alles laut Erzeuger, ist er ein leichter Aperitif und kein Wein für den langen Abend. Gekühlt gehört er bei 6 bis 8 Grad ins Glas.
Woher er kommt
Prosecco DOC ist keine Rebsorte, sondern eine Herkunft. Sie umfasst Teile von Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Der historische Kern zwischen Conegliano und Valdobbiadene hat seit 2009 den höheren DOCG-Status. Casa di Malia ist ein DOC, kommt also aus dem größeren Gebiet und nicht aus den berühmten Steillagen.
Hergestellt wird er von der Casa Vinicola Botter in Fossalta di Piave, nordöstlich von Venedig. Das Unternehmen gibt es seit 1928. Die Trauben stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau, die Rebsorte ist Glera, also die Traube, aus der Prosecco praktisch immer gemacht wird. Gegoren und ausgebaut wird im Edelstahl, das Perlen entsteht im Tank und nicht in der Flasche. In Deutschland bringt die Joh. Eggers Sohn GmbH aus Bremen den Wein in den Verkehr.
Tasting
In der Nase sind grüner Apfel und Limette am deutlichsten, dahinter steht ein blumiger Ton, den der Erzeuger als Akazienblüte beschreibt. Das passt zu dem, was die Tankgärung leistet: Sie erhält die frische Fruchtaromatik der Traube, statt wie bei der Flaschengärung Hefe- und Brioche-Noten aufzubauen. Wer beim Anstoßen das Brotige eines Winzersekts sucht, ist hier falsch.
Am Gaumen wirkt er zunächst süßlich, was bei 12 Gramm Restzucker zu erwarten ist. Die Säure fängt das aber ab, sodass der Abgang trockener endet, als der Anfang vermuten lässt. Die Perlage ist feiner und ruhiger als bei einem Spumante, sie prickelt weniger scharf und lässt im Glas auch schneller nach.
Was dazu passt
Am besten funktioniert er ohne alles, als Aperitif vor dem Essen. Wenn etwas dazu soll, nimm Prosciutto mit Melone: Die Süße der Melone und der Restzucker liegen auf einer Linie, der Salzgehalt des Schinkens sorgt für den Gegenpol. Auch frittierter Fisch oder Calamari passen gut, weil die Kohlensäure das Fett auffängt.
Ein milder Ziegenfrischkäse auf geröstetem Brot ist eine weitere Möglichkeit, ebenso ein nicht zu süßer Apfelkuchen am Nachmittag. Als Anlass sehe ich Brunch, spontanen Besuch und alle Situationen, in denen angestoßen wird, ohne dass jemand eine Rede hält. Als Basis für einen Spritz taugt er ebenfalls, hier stört der Restzucker nicht.
Meine Meinung
Was diesen Prosecco für mich praktisch macht, ist der Bügelverschluss. Eine geöffnete Sektflasche ist am nächsten Tag meist nur noch Weißwein mit Erinnerung an Kohlensäure. Hier lässt sich die Flasche schließen und am Folgetag noch ordentlich trinken. Dazu kommt, dass die Kohlensäure bei niedrigem Druck weicher wirkt, was Leuten entgegenkommt, denen Sekt oft zu spitz ist. Der ökologische Anbau ist ein weiteres Argument, das man in dieser Preisklasse nicht überall bekommt.
Zwei Dinge sollte man wissen. Knochentrocken ist er nicht, die 12 Gramm Restzucker schmeckt man. Und wer die feine, lang anhaltende Perlage einer Flaschengärung gewohnt ist, wird den Frizzante als zurückhaltend empfinden. Er ist nicht die kleine Ausgabe eines Champagners, sondern eine eigene, leichtere Kategorie.
Warum du ihn bei trynk.de kaufst
Italienischer Wein ist bei uns eine eigene Kategorie mit genug Auswahl, um sich durchzuprobieren, und bei Fragen zur Zusammenstellung kannst du uns einfach schreiben. Beim Prosecco lohnt sich der Blick auf die Gebinde: Die Einzelflasche kostet 9,70 Euro, im Dreierpaket sind es 9,47 Euro je Flasche, im Sechserpaket 9,22 Euro.
Der Versand läuft über DHL und kostet innerhalb Deutschlands 6,99 Euro. Ab 100 Euro Bestellwert entfällt er, üblich sind zwei bis vier Werktage. Wer bei uns abholt, zahlt keinen Versand.
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1 Flasche – 9,70 € 3 Flaschen – 28,40 € 6 Flaschen – 55,30 €